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Angeln an der Atlantikküste bei Cascais, Portugal

Ich war erst ein einziges Mal in meinem Leben Angeln. Damals dürfte ich nicht älter als 6 oder 7 Jahre gewesen sein (Ich weiß es nicht mehr, aber ich erinnere mich noch, dass wir mit dem roten Mercedes W123 meines Vaters unterwegs waren und auf den endlos geraden Strassen durch die Wälder Schweden im Wechsel die beiden Casetten „Arrival“ von ABBA und „Autobahn“ von Kraftwerk gehört haben). Wir waren mit Freunden in deren Ferienhaus irgendwo in Schweden. Nahe den Häuschen gab es einen großen Mückenbrutschleim, den die Erwachsenen See nannten. Dort waren wir ein paar Mal Baden und eben auch ein Mal Angeln.

Meine Erinnerung an das Angeln ist dementsprechend dünn. Ich weiss nur noch, dass es mir Spass gemacht hat. Und irgendwie verbinde ich damit auch ein traumatisches Erlebnis von einem Angelhaken im Augenlid, bei dem ich aber längst nicht mehr weiss, ob es wirklich passiert ist oder Teil eines unverarbeiteten, nachgelagerten Albtraums ist. Wie auch immer, nach wie vor wäre ich dem Angeln gar nicht abgeneigt, weil er doch ein eher ruhiger Sport ist. Sich auf einem Bötchen auf einem See treiben lassen und den Tag einfach passieren lassen, in der Hoffnung, man könnte sogar etwas fangen.

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Gestern früh war ich dann morgens kurz nach dem Sonnenaufgang um 8 Uhr morgens an der Atlantikküste bei Cascais in Portugal, um im schönen Licht noch schnell ein paar Fotos von unserem Testwagen vor Ort zu knipsen – dem neuen Opel Adam S. Auf der linken Seite (gen Norden fahrend), direkt an der Küstenstrasse, lag da passend ein Parkplatz. Im Hintergrund sehr schon dekorativ der westlichste Punkt Europas Cabo da Roca.

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Ich hatte da recht schnell meine Fotos vom Auto geschossen und während mein Kollege Jens Stratmann den Wagen noch mal umstellte, um selbst noch ein Fotoset zu knipsen, habe ich den Männern zugeschaut, die da direkt an der Steilküste am Angeln waren. Echte Kerle! habe ich mir gedacht. Denn nach und nach habe ich entdeckt, dass da nicht nur 1..2 Typen standen, sondern, dass da doch einige an der Steilwand immer wieder ihre lange Angel auswarfen. An einem deutschen See hätte das einen mit vielen Autos gefüllten Parkplatz oder zumindest eine zugeparkte Küstenstrasse bedeutet. Die Kerle hier müssen von woauchimmer zur Küste gelaufen sein.

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Unweigerlich habe ich vor meinem inneren Auge die in ABC-Regen dichtem Natotarn gehüllten Angler gesehen, die hier am Obersee hin und wieder am Uferrand sitzen und ihre Angel in den Teich auswerfen. Tztztztz. Die portugiesischen Kerle trotzten da ganz selbstverständlich dem frischen Meerwind wie auch der immer wieder an der Stilküste aufpeitschenden Gischt. Vielleicht waren es aber auch die Bielefelder Jungs auf Angelurlaub in Portugal. Unter dem Suchbegriff „Reef fishing“ kann man wohl sogar Führer buchen, die einen mit an die „guten Stellen“ der Küste nehmen. Und sich seine eigene Dorade an Land zu ziehen hat doch auch was für sich.

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