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#Autsch – Autobild-Journalist kokettiert mit Gewaltbereitschaft

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autobild-werbefreundliches-umfeldZwei Tage IAA liegen hinter mir. Ein Knochjob, wenn man wirklich versucht, all die Neuheiten abzulaufen. Ich war aber in diesem Jahr doch eher positiv überrascht, wir konnten ansatzweise störungsfrei arbeiten. Wir selbst versuchen auch immer für die anderen Kollegen mitzudenken. Wenn man sieht, dass ein Fotograf sein Bild schiesst, bleibt man kurz stehen. Und wenn schon andere Filmteams an einem Auto drehen, dann versucht man rücksichtsvoll zu arbeiten. Und ich will uns dabei nicht positiv nach vorne stellen, ich fand, dass auch alle Kollegen sich entsprechend verhalten haben.

Alle Kollegen? Naja, fast alle. Da gibt es wohl die Jungs mit den roten Polo-Shirts, die einen Messebesuch als sportliche Herausforderung sehen. So lese ich bei der Autobild.de im Artikel von Joachim Staat* doch tatsächlich

Vier Leute wegschubsen, den Blogger mit dem Handy ausbremsen, jetzt die Menschenkette zuziehen. So gelangt man zur Mittagszeit in die neue Giulia hinein, die von Paparazzi aller Couleur umringt wird, als zöge Helene Fischer auf dem Drehteller blank.

Ich bin ja sehr froh, dass er mich nicht geschubst hat. Allein weil mein „Handy“ eine 4 kg schwere Spiegelrefelxkamera ist. Langsam verstehe ich aber, warum die Kollegen von der AutoBild-Radaktion von den Herstellern immer exklusive Vorab-Termine erhalten. Man möchte wohl negative Schlagzeilen wie „Wieder Schlägerei der Rothemden an Messestand von Hersteller XY“ vermeiden. Vermutlich tue ich dem Kollegen aber auch vollkommen unrecht. Möglicherweise folgt er auch nur einer neuen Direktive des Springer-Lenkers Kai Diekmann, der sich jüngst auch wieder aggressiv populistisch gezeigt hat.

Da teilt er doch gerne mal unter der Gürtellinie aus, weil St. Pauli nicht das Bild-Logo auf dem Trikot haben will, wohl längst aber weit mehr für Flüchtlinge getan hat, als der Boulevard-Titel aus dem Springer-Verlag (mehr: #BildNotWelcome). Aber zurück zum Fachmagazin.

Spannend ist aber in der Tat das Weltbild des Kollegen Staat von „uns Bloggern“. Ich selbst kenne keinen der unseren, der die Messe mit einem Smartphone dokumentieren würde. Möglicher Weise sind in seiner Denkweise aber auch alle Personen, die kein Poloshirt auf der Messe tragen, sogleich „ein Blogger“.

Abschliessend frage ich mich, ob Volkswagen mit der Passat-Werbung das nicht ganz so werbefreundliche Umfeld des Artikels bewusst ist.

* Original-Artikel ist hier zu lesen: http://www. autobild. de/artikel /alfa-romeo-giulia-iaa- 2015-sitzprobe-6058973.html

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  1. Das is ne allgemeine Bild-Krankheit, geht uns mit den Herren von der Computer-Bild regelmäßig genauso. Diese Gedankenwelt ist bei Springers sehr verbreitet. Zum Kotzen.

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